Sicher durch die Dunkelheit

Reflektierende Materialien erhöhen die Sichtbarkeit in der Dunkelheit

Reflektierende Materialien erhöhen die Sichtbarkeit in der Dunkelheit

Foto: Auto-Medienportal.Net/DVR

  • Reflektierende Materialien erhöhen die Sichtbarkeit in der Dunkelheit

newspress – 26. Oktober 2017. Die Tage werden kürzer und die früher einsetzende Dämmerung und Dunkelheit bedeuten für Fußgänger, Rad- und Autofahrer ein erhöhtes Risiko im Straßenverkehr. 2016 sind nach Angaben des Statistischen Bundesamtes bei 74 888 Unfällen mit Personenschaden 1069 Menschen bei Dämmerung und Dunkelheit getötet worden. 98 197 sind verletzt worden, davon 18 212 schwer.

„Das Unfallrisiko Dunkelheit wird immer noch von vielen Verkehrsteilnehmern unterschätzt“, sagt Christian Kellner, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Verkehrssicherheitsrates (DVR). So seien viele Fußgänger mit dunkler Kleidung unterwegs. Ihnen ist oft nicht bewusst, wie spät sie damit erst von anderen Verkehrsteilnehmern wahrgenommen werden. Ein dunkel gekleideter Fußgänger ist von einem Autofahrer bei schlechten Sichtverhältnissen erst aus rund 25 Metern Entfernung zu erkennen. „Der Anhalteweg eines Autos beträgt bei einer Gefahrbremsung nach gängiger Faustregel bei Tempo 50 rund 28 Meter. Somit kann das Fahrzeug nicht mehr rechtzeitig zum Stehen gebracht werden, wenn der Passant die Fahrbahn betritt“, mahnt der DVR-Hauptgeschäftsführer. Trägt ein Fußgänger jedoch Kleidung mit reflektierenden Materialien, verbessert sich seine Sichtbarkeit auf bis zu 140 Meter.

Nicht nur für Kinder, auch für Erwachsene sind daher Kleidung oder Taschen mit reflektierenden Materialien ein Sicherheitsgewinn in der Dunkelheit. Sie werfen das Scheinwerferlicht von Kraftfahrzeugen oder Fahrrädern direkt zurück und erhöhen die Sichtbarkeit. Sicherheitszubehör und Kleidung aus retroreflektierendem Material erkennen Verbraucher an der Bezeichnung DIN EN 13356. Leuchtflächen auf Schultaschen tragen das Kennzeichen DIN 58124, erläutert der Verkehrssicherheitsrat.

Auf eine gute Sichtbarkeit kommt es auch bei Fahrradfahrern an. Hier kann zum Beispiel eine über der Kleidung getragene Sicherheitsweste die Sicherheit deutlich erhöhen. Die Weste sollte die Norm EN ISO 20471 erfüllen. Radfahrer sollten zudem die Beleuchtung am Fahrrad überprüfen. Sind alle Reflektoren vorhanden und funktioniert die Lichtanlage einwandfrei?

Autofahrer sollten in der dunklen Jahreszeit ihre Fahrweise den Sichtverhältnissen anpassen und langsamer unterwegs sein. Vor Fahrtbeginn sollten sie zudem für eine gute Rundumsicht sorgen und beschlagene oder vereiste Fensterscheiben vollständig freikratzen. Eine kleine Freifläche schafft nur ein sehr beengtes Blickfeld oder vergrößert in Kurven das Risiko des „toten Winkels“. Ebenfalls wichtig sind Frostschutzmittel in der Scheibenwaschanlage und Wischer, die keine Schlieren hinterlassen. Auch die Scheinwerfer müssen frei von Schmutz sein und ordnungsgemäß funktionieren. Das Kfz-Gewerbe und die Deutsche Verkehrswacht (DVW) bieten im Oktober wieder kostenlose Lichttests an, bei denen die Funktion und Einstellung der Fahrzeugbeleuchtung überprüft werden.

Grundsätzlich gilt für Auto- und Motorradfahrer, dass größerer Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug und eine den schlechteren Sichtverhältnissen angepasste Geschwindigkeit die Gefahren deutlich reduzieren. Herbstlaub und Regen verwandeln die Straße in eine Rutschbahn mit verlängertem Bremsweg.

Erhöhte Glättegefahr durch Nachtfrost besteht in den frühen Morgenstunden besonders unter Brücken und auf schattigen Abschnitten. (Newspress.de/jri)

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